IV OÖ und JI OÖ weisen Aussagen von LR Kaineder zurück

Erneut lässt Landesrat Stefan Kaineder im Kurier-Interview am vergangenen Sonntag bei den Themen Energie und Infrastruktur inhaltlich jeglichen Tiefgang und konkrete Lösungsvorschläge vermissen. Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ), und Maximilian Priglinger, Vorsitzender der Jungen Industrie Oberösterreich (JI OÖ), weisen die Aussagen von Landesrat Kaineder mit aller Deutlichkeit zurück, dass es zwischen IV OÖ und JI OÖ unterschiedliche Zugänge zum Klimaschutz und zur Bedeutung von Verkehrsinfrastruktur gäbe.

„Statt der Industrie altes Denken vorzuwerfen, sollte Landesrat Kaineder intensiver hinterfragen, wie zukunftsfähig seine Partei bei der Bekämpfung des Ausbaus der Wasserkraft und der Energie- und Verkehrsinfrastruktur jahrzehntelang war und heute immer noch ist“, betonen Greiner und Priglinger. „Altes Denken ist vielmehr zu glauben, dass die Einschränkung der Mobilität der Bürger eine Lösung beim Klimaschutz darstellt.“ 

Die OÖ. Industrie ist Teil der Lösung, um den Übergang in eine CO2-neutrale Gesellschaft weltweit zu ermöglichen. Die Transformation des Energie- und Mobilitätssystems ist eine hochkomplexe Aufgabe mit enormen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, wie auch anhand der aktuellen Entwicklung der Energiekosten deutlich sichtbar wird. Es eignet sich nicht dafür, mit den immer gleichen Stehsätzen parteipolitische Ideologie zu transportieren. Klimaschutz bedeutet mehr als das Verbot von Straßenbauprojekten und ist besonders unglaubwürdig, wenn im Fall von Kaineder der Verzicht auf ein Auto nicht selbst vorgelebt wird. Dogmatische Verbotspolitik bei Straßeninfrastrukturprojekten wirkt sich für ein Land wie Oberösterreich, dessen Wohlstand auf dem internationalen Austausch von Waren und Dienstleistungen beruht, besonders negativ aus. „Beim Bahnausbau vermissen wir den Einsatz von Landesrat Kaineder zur Errichtung einer direkten Anbindung über Braunau an den Flughafen München sowie den süddeutschen Raum im Personen- und Gütertransport. Auch der schnellere Neubau eines flach trassierten Bosruck-Eisenbahntunnels vor 2040 wäre dringend notwendig“, erklärt Greiner.

Forschung, Innovation, Technologie und Marktwirtschaft werden große Durchbrüche für die Umstellung unseres Energiesystems, der industriellen Prozesse und der Mobilität der Zukunft ermöglichen, um das globale Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen. Diese Herkulesaufgabe benötigt enorme Anstrengungen und die internationale Zusammenarbeit der wichtigsten Industrienationen der Welt. „In Österreich benötigt es vor allem viel schnellere Genehmigungsverfahren, um die Wasserkraft auszubauen, neue Stromleitungen, Stromspeicher und die Infrastruktur für die CO2-neutrale Mobilität zu errichten. Dafür sollte sich Landesrat Kaineder auf Bundesebene stärker einsetzen und weniger heiße Luft produzieren“, betonen Greiner und Priglinger abschließend.