Stimmungslage in der OÖ. Industrie bleibt trotz internationaler Krisen positiv – Europa verliert weiter an Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu China und USA – Hohe Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung – Positives Zeugnis für den Standort Oberösterreich – Personalkosten als größte Herausforderung
Seit mehr als 20 Jahren findet im Rahmen der Ordentlichen Vollversammlung der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) eine Live-Befragung der Teilnehmer statt. Ca. 150 Eigentümer und Spitzenmanager von Mitgliedsbetrieben gaben im Rahmen der Vollversammlung im Juni 2026 ihre Einschätzung zu einem über viele Jahre kaum veränderten Fragenkatalog ab. „Die Ergebnisse ermöglichen jedes Jahr einen spannenden Einblick in die aktuelle Stimmungslage in der OÖ. Industrie“, betont Dr.Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der IV OÖ.
Im globalen Vergleich wird die Lage für Europa von den Mitgliedern weiterhin sehr kritisch eingestuft. Ganze 89 Prozent schätzen die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Vergleich mit China geringer ein, im Vergleich mit den USA sind es 72 Prozent. Nur 11 Prozent stufen Europa gleich gut wie China und 13 Prozent gleich gut wie die USA ein.
Die Wirtschaftslage in Österreich wird trotz Irankrise weiterhin zart optimistisch bewertet. Für die nächsten 12 Monate glauben 29 Prozent (und damit praktisch unverändert zum Vorjahr) an eine weitere Verbesserung, 52 Prozent sehen eine gleichbleibende Entwicklung und nur jeder Fünfte geht von einer Verschlechterung aus. Die Stimmung bleibt insgesamt positiv, die Unterschiede je nach Branche sind jedoch enorm.
Besonders interessant ist, wie sich die Zufriedenheit mit der Bundesregierung seit der Regierungsbildung entwickelt hat. Im Vorjahr lagen die Zustimmungswerte nach der langwierigen Regierungsbildung auf akzeptablem Niveau: Immerhin 43 Prozent der Mitglieder waren im Vorjahr mit der neuen Führung sehr oder eher zufrieden. Ein Jahr später hat sich die Stimmung stark gedreht. Nur mehr 13 Prozent der Mitglieder sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 83 Prozent äußerten ihre Unzufriedenheit, davon sind 39 Prozent sogar ganz und gar nicht zufrieden.
Die Einschätzung von Oberösterreich im Bundesländervergleich liegt traditionell auf hohem Niveau und steigt in der diesjährigen Befragung weiter an. Aktuell stufen 81 Prozent (nach 73 Prozent im Vorjahr) den Standort Oberösterreich im Vergleich zu anderen Bundesländern besser ein. Dieser Wert war nur in den Jahren 2019 mit 82 Prozent und 2008 mit 84 Prozent noch höher.


