Mit deutlicher Kritik reagiert Thomas Bründl, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich, auf die Aussagen von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger im heutigen Interview mit den OÖ Nachrichten, wonach Oberösterreich beim Wachstum Schlusslicht sei und es an Ambitionen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit fehle. Die Außenministerin verwechselt die Folgen einer jahrelangen Industrierezession mit den Ursachen der österreichischen Standortkrise.
„Die Aussagen von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger offenbaren ein erstaunliches Maß an standortpolitischem Unwissen in Fragen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Oberösterreich ist das industrielle Kraftzentrum und der wichtigste Exportmotor Österreichs. Unsere Unternehmen stehen nicht im Wettbewerb mit anderen Bundesländern, sondern mit den besten Industriestandorten der Welt. Dass eine jahrelange Industrierezession Österreichs ausgerechnet jene Region besonders hart trifft, die am stärksten von der Industrie geprägt ist, sollte gerade einer Außenministerin einleuchten“, stellt Bründl klar.
Die Ursachen der industriellen Wachstumsschwäche sind hausgemacht: eine international nicht mehr wettbewerbsfähige Kostenstruktur aufgrund massiv gestiegener Arbeits- und Energiekosten und eine ausufernde Bürokratie. „Wer einem international exponierten Industriebundesland mangelnde Wettbewerbsambitionen vorwirft, verwechselt Ursache und Wirkung. Die Industrie braucht keine Ratschläge aus Wien, sondern wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen“, betont Bründl.
Offenbar sei der Außenministerin auch entgangen, dass sich Oberösterreich mit seiner starken industriellen Basis, seinen hervorragenden Hochschul- und Forschungseinrichtungen und einer konsequenten Exzellenzstrategie zu einem europäischen Hotspot für industrielle Künstliche Intelligenz entwickle. Auch finanzpolitisch nehme Oberösterreich mit seiner niedrigen Pro-Kopf-Verschuldung und konsequenten Budgetdisziplin eine Vorbildrolle in Österreich ein. „Oberösterreich braucht endlich bessere Rahmenbedingungen für seine im globalen Wettbewerb stehenden Industriebetriebe. Wer die Wachstumsschwäche des österreichischen Industriemotors beklagt, sollte aufhören, ihm ständig neue Bremsklötze in den Weg zu legen“, so Bründl abschließend.


