Freude an der Mathematik

Mathematik ist die Basis für alle MINT-Ausbildungen – vom „Angst- und Nachhilfefach Nummer eins“ soll sie sich durch die Unterstützung von IV-OÖ und Land OÖ für Professor Markus Hohenwarter und sein Team an der JKU zum „Breitensport“ entwickeln.

Mathematische Kompetenzen bilden das Fundament aller MINT-Ausbildungen und -Berufe. „Ohne ein solides mathematisches Verständnis sind technisch-naturwissenschaftliche Disziplinen nicht zu bewältigen. Ob in den Ingenieur und Computerwissenschaften, der Physik oder der Statistik: Mathematik ist das verbindende Element und die Sprache, mit der komplexe Probleme analysiert und gelöst werden“, betonte IV-OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch. „Sie ist damit eine unverzichtbare Voraussetzung für die technologische Weiterentwicklung unserer Gesellschaft – von der Energiewende über Digitalisierung und Robotik bis hin zur medizinischen Forschung.“

Auch im Alltag spielt Mathematik eine zentrale Rolle: Sie ist die Grundlage für finanzpolitische und ökonomische Bildung  – Themen, die für die Zukunft unserer Jugend immer wichtiger werden. Ein bewusster und kompetenter Umgang mit Geld, Veranlagung, Krediten, Investitionen oder Steuern setzt mathematische Grundkenntnisse voraus; wer mathematisch denken kann, ist besser in der Lage, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und informierte Entscheidungen zu treffen.

Trotz dieser enormen Bedeutung steht Mathematik bei vielen Schülern nicht hoch im Kurs. „Für viele ist sie das ‚Angstfach‘ schlechthin, das nur von jenen weiterverfolgt wird, die entweder mit einer Liebe zu Zahlen geboren werden oder sie im privaten Umfeld vermittelt bekommen. Aktuelle Analysen zeigen, dass fast drei Viertel aller Schülerinnen und Schüler, die Nachhilfe in Anspruch nehmen, dies im Fach Mathematik tun“, so Haindl-Grutsch.

Statt mit Faszination und Neugier erleben viele Kinder und Jugendliche Mathematik als abstrakt, unverständlich oder sogar abschreckend. „Nie mehr Mathematik!“ ist ein oft gehörter Ausspruch nach bestandener Matura. Damit ist ein MINT-Studium automatisch ausgeschlossen. Auch die vielen wichtigen MINT-Initiativen entfalten ihre volle Wirksamkeit nicht, wenn die Basis  – Freude an der Mathematik – bei den Jugendlichen nicht vorhanden ist.

Pädagogische Konzepte und Unterrichtsmaterialien müssen weiterentwickelt werden, um das enorme Potenzial zu vermitteln, das Mathematik als Werkzeug zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit birgt. Univ.-Prof. Dr. Markus Hohenwarter und sein Team der Abteilung für MINT-Didaktik an der Johannes Kepler Universität Linz zeigen, wie man in der heutigen Zeit mathematische Lerninhalte didaktisch fundiert aufbereitet vermitteln kann. Die „Mathematik-Dramen“, die sich in vielen Familien abspielen und die für Eltern und Nachhilfelehrer eine enorme Belastung sind, müssen ein Ende haben.

Die Industriellenvereinigung OÖ unterstützt seit drei Jahren mit 25.000 Euro jährlich die von Prof. Hohenwarter und seinem Team durchgeführten Mathematik-Initiativen. Diese sollen bei den Kindern und Jugendlichen Begeisterung für Mathematik erzeugen. Aufgrund des Erfolgs und der hohen Bedeutung dieser Initiativen für den Standort wurden die Mittel von der IV-OÖ ab 2025 auf 40.000 Euro erhöht. Besonders erfreulich ist, dass dieses Budget von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner und Bildungslandesrätin und Landeshauptmann-Stv. Christine Haberlander verdoppelt wird. Damit stehen jährlich 80.000 Euro zur Verfügung.

Prof. Hohenwarter, Vorstand der MINTDidaktik an der JKU Linz, verfolgt einen neuen Ansatz: Mathematik soll wie „Breitensport“ funktionieren, als freiwillige, begeisternde Tätigkeit abseits von Schulfrust und Prüfungsdruck. Formate wie die „Mathe-Night“, der „Mathe-Treff “ oder der digitale Wettbewerb „Aufgabe des Monats“ setzen auf Begeisterung statt Zwang. „Wir wollen Kindern die Möglichkeit geben, Mathematik ähnlich zu erleben wie den Musikunterricht oder den Sportverein  – mit Neugier, Teamgeist und Eigenmotivation“, so Hohenwarter. Besonders hervorzuheben ist dabei der digitale Zugang: Aufgaben werden online eingereicht, Workshops finden an der Universität statt. So entsteht ein Brückenschlag zwischen schulischer Grundbildung und akademischer Förderung. Die Programme sind nicht exklusiv, sondern bewusst niederschwellig angelegt. Auch internationale Mathe-Wettbewerbe wie „Náboj“ und der geplante „m3-TeamWettbewerb“ für die Unterstufe stärken die Positionierung von Mathematik als praxisnahes und kreatives Fach. Dass über 350 Schülerinnen und Schüler allein an der „Mathe-Night“ teilnahmen, zeigt: Das Interesse ist vorhanden – wenn das Angebot stimmt.

Bildungslandesrätin Christine Haberlander verwies auf die strukturelle Breite der MINT-Förderung in Oberösterreich – doch ohne solide Mathematikkenntnisse bleiben viele dieser Initiativen Stückwerk. „Mathematik ist weit mehr als ein Schulfach – sie ist eine Lebenskompetenz“, so Haberlander.

Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner ergänzte, dass  mathematisch-technische Kompetenzen zunehmend über die Innovationskraft des Landes entscheiden. Die Mathematik-Initiative von Prof. Hohenwarter ist ein strategischer Türöffner für den gesamten MINT-Bereich.