Industriekonjunktur am Höhepunkt

Hervorragende Geschäftslage und Auftragsbestände in der OÖ. Industrie – Stabiles Konjunkturhoch bewirkt steigende Beschäftigung – Der Höhepunkt ist erreicht, die 6-Monate-Aussichten lassen keine weiteren Anstiege erwarten – IV OÖ-GF Haindl-Grutsch: Wer jetzt den Standort attraktiviert, hat beim nächsten Abschwung die besseren Karten!

Die jüngste Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) erbrachte neuerlich sehr gute Ergebnisse: Die Auftragsbücher der oberösterreichischen Industriebetriebe sind durchwegs voll, die Geschäftslage befindet sich weiterhin auf hohem Niveau. Die Konjunkturerhebung über das 1. Quartal 2018, an der sich 98 Unternehmen mit insgesamt fast 110.500 Mitarbeitern beteiligten, zeigt damit sehr ähnliche Ergebnisse wie jene des Vorquartals. Gewichtet nach Mitarbeiterzahlen meldeten 91 Prozent der Unternehmen eine steigende bzw. gute Geschäftslage und 92 Prozent einen steigenden bzw. guten Auftragsbestand. Da in beiden Umfragepunkten kein einziger Betrieb mit „fallend“ bzw. „schlecht“ votierte, stellen die genannten Prozentwerte auch die für den zeitlichen Vergleich herangezogenen Salden aus Positiv- und Negativmeldungen dar. Bei der Geschäftslage ging der Saldo (aktuell +91 Punkte) gegenüber dem Vorquartal (+92) um einen Prozentpunkt, bei den Auftragsbeständen (dzt. +92) um zwei Prozentpunkte zurück.

Dass das aktuelle Konjunkturhoch zumindest über den Sommer anhält, scheint aufgrund der jüngsten Umfrageergebnisse gesichert. Bei der Produktionstätigkeit in 3 Monaten und der Auslastung der Produktionskapazitäten in 3 Monaten steigerten sich die Salden von +26 auf +31 bzw. von +25 auf +33 Prozentpunkte. Die Verkaufspreise in 3 Monaten (Saldo: +15 Punkte, zuvor +17) bleiben laut Einschätzung der oberösterreichischen Betriebe stabil, ebenso die Ertragslage; bei der derzeitigen Ertragssituation bleibt der Saldo aus Positiv- und Negativmeldungen unverändert bei +65 Punkten, bei der Ertragssituation in 6 Monaten ebenfalls unverändert bei +1 Punkt.

Weitere Steigerungen nicht in Sicht

„Alles in allem unterscheiden sich die aktuellen Umfrageergebnisse nur marginal von jenen des Vorquartals“, meint IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch zur Konjunkturerhebung. „Die Ist-Werte bleiben unverändert hoch, die zukunftsgerichteten Indikatoren wie Produktionstätigkeit oder Verkaufspreise in 3 Monaten bewegen sich ebenfalls in einer stabilen Bandbreite.“ Lediglich die Erwartungen über die Geschäftslage in 6 Monaten haben sich leicht reduziert: 13 Prozent der Firmen gehen von einer weiteren Verbesserung aus, im Vorquartal waren es noch 17 Prozent. Der Saldo ging damit von 9 auf nunmehr 7 Prozentpunkte zurück. Als Konsequenz daraus weist auch das IV OÖ-Konjunkturbarometer, das sich aus der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftslage in 6 Monaten errechnet, eine geringfügige Reduktion um 1,5 auf nunmehr 49 Punkte auf. „Aus diesem Minimalrückgang einen beginnenden Konjunkturabschwung ableiten zu wollen, wäre übertrieben“, so Haindl-Grutsch. Sowohl das Konjunkturbarometer als auch die übrigen Umfragewerte würden aber darauf hinweisen, dass der Höhepunkt in der Konjunkturentwicklung bereits erreicht ist: „Besser als jetzt wird es nicht mehr. Der Peak dürfte erreicht sein, weitere Anstiege sind nicht mehr zu erwarten!“

Industriebeschäftigung legt zu

Dass bis dorthin noch das eine oder andere Quartal ins Land ziehen wird und das Konjunkturhoch vorerst noch stabil über Oberösterreich liegt, untermauert auch die Zunahme der Industriebeschäftigung. Wiederum gewichtet nach Mitarbeiterzahlen planen immerhin 41 Prozent der Unternehmen (Vorquartal: 26 Prozent) eine Erhöhung des Beschäftigtenstandes in den nächsten 3 Monaten, nur ein Prozent denkt an eine Reduktion. Der Saldo stieg von 25 auf 39 Prozentpunkte und weist damit die höchste Veränderung der aktuellen Umfragewerte auf. „Die Hochkonjunktur zeigt sich jetzt auch am ausgeprägten Anstieg des Beschäftigtenstandes“, erklärt dazu Haindl-Grutsch, sogar Leitbetriebe tun sich aber bei der Mitarbeitersuche wie auch bei der Einstellung von Lehrlingen immer schwerer.“ Der Kampf um die besten Köpfe wird immer härter.

Standortattraktivität weiter erhöhen!

Der Konjunkturzyklus ist bereits in seiner reifen Phase. Umso wichtiger sei es, den derzeit herrschenden Schwung für die anstehenden Hausaufgaben zu nützen und den Standort auf den nächsten Abschwung vorzubereiten. Sein Appell richtet sich primär an die neue Bundesregierung, die mit der Umsetzung der lange diskutierten Arbeitszeitflexibilisierung ein deutliches und überaus wichtiges Signal senden und es als Win-win-Lösung für Unternehmen und Mitarbeiter ausgestalten sollte. Der Populismus durch Arbeiterkammer und Gewerkschaften, dass nun ein 12-Stunden-Tag als Normalarbeitszeit drohe, ist reine Angstmache und hat mit der Realität nichts zu tun. „Auch die angekündigte Deregulierung und Entbürokratisierung würde zur Attraktivierung des Standortes beitragen und muss nun in Angriff genommen werden – ebenso die Senkung der im internationalen Vergleich sehr hohen Steuer- und Abgabenquote Österreichs“, fordert Haindl-Grutsch. Bis die Steuersenkungen und Reformen bei Unternehmen und Mitarbeitern ankommen, würde es ohnehin zwei Jahre dauern. „Sie würden also dann spürbar, wenn der nächste Konjunkturabschwung bereits eingesetzt hat. Die Wirtschaft würde durch diese Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt Rückenwind erhalten.“ Und genau darauf kommt es an. „Wer jetzt den Standort attraktiviert, verfügt beim nächsten Abschwung über die besseren Karten“, so IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch abschließend.

Linz, 24. April 2018

Pressekontakt:
Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0
Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / joachim.haindl-grutsch@iv.at

Das Konjunkturbarometer errechnet sich aus der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftslage in 6 Monaten.

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