Hochkonjunktur in Oberösterreich

OÖ. Industrie mit ausgezeichneter Geschäftslage – Internationale Nachfrage führt zu sehr hohen Auftragsbeständen – Massiver Fachkräftemangel als unmittelbare Folge des Konjunkturhochs

Sehr erfreuliche Ergebnisse erbrachte die jüngste Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ): Das Konjunkturbarometer und die derzeitige Geschäftslage übertreffen erstmals die Werte aus dem Jahr 2011. Diese Entwicklung verdeutlicht den klaren Ausbruch aus dem Stagnationstrend, der die vergangenen sechs Jahre kennzeichnete. Konkret erbrachte die Konjunkturumfrage über das 4. Quartal 2017, an der sich 93 führende Industrieunternehmen mit insgesamt mehr als 90.200 Mitarbeitern beteiligten, Rekordwerte bei den Kennzahlen zur derzeitigen wirtschaftlichen Situation. Sowohl die aktuelle Geschäftslage (Saldo aus Positiv- und Negativmeldungen: +92 Prozentpunkte, zuvor: +57 Punkte), als auch die derzeitigen Auftragsbestände (Saldo: +94 Punkte, zuvor +60) und die derzeitigen Auslandsaufträge (+92 Punkte, zuvor +60) befinden sich auf höchstem Niveau. Angesichts dieser Ergebnisse sind weitere Steigerungen kaum mehr möglich, was sich auch in den aktuellen Umfragewerten widerspiegelt. Eine Analyse der zukunftsgerichteten Indikatoren wie zum Beispiel der Produktionstätigkeit in 3 Monaten (Saldo: +26 Punkte) oder der Geschäftslage in 6 Monaten (Saldo: +9 Punkte) lassen keine weitere Verbesserung mehr für das nächste halbe Jahr erwarten.

Positive Entwicklung der OÖ. Stärkefelder

Besonders positiv präsentierten sich die Stärkefelder der OÖ. Industrie mit einer besonders hohen Exportorientierung und einer globalen Ausrichtung bei der jüngsten Konjunkturumfrage: Die Unternehmen der Industriezweige „Bergwerke und Eisenerzeugung“, „Chemische Industrie“, „Nichteisen-Metallindustrie“, der „Maschinen- und Metallwarenindustrie“ sowie der „Fahrzeugindustrie“ aber auch der „Elektro- und Elektronik-Industrie“ meldeten Höchstwerte bei der aktuellen Geschäftslage und bei den Auftragsbeständen.

Digitalisierung ermöglicht Nachfragedeckung

Die aktuelle Phase der Hochkonjunktur zeigt aber auch negative Auswirkungen. Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern erreichte zuletzt neue Höchststände, die Betriebe sind oftmals nicht in der Lage, ausreichend Mitarbeiter zu finden, um entlang ihrer Wertschöpfungsketten die internationale Nachfrage zu decken. Damit zeigt sich einmal mehr die hohe Bedeutung der laufenden Digitalisierung, wie Haindl-Grutsch erklärt: „Dank der Digitalisierung können viele Prozesse mit weniger Personal erledigt werden, ohne sie könnte die weltweite Nachfrage niemals mehr gedeckt werden!“ Da sich der Mangel an qualifiziertem Personal durch die demographischen Veränderungen in den nächsten Jahren kaum zum Guten verändern werden, dämpfen sie weiterhin das mögliche Wachstum. Es braucht mehr Digitalisierung und neue Technologien, um entsprechende Produktivitätszuwächse zu realisieren. „Einmal mehr beweist sich, dass die Digitalisierung und die neuen Technologien einen Motor für neue Arbeitsplätze in Oberösterreich darstellen“, betont der IV OÖ-Geschäftsführer abschließend: „Die Bundesregierung muss rasch eine Fachkräftestrategie etablieren, die mit unmittelbar wirksamen Maßnahmen dem Mangel entgegenwirkt. Mittel- bis langfristig müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um die MINT-Ausbildungen von der Lehre über die HTL bis zu den Hochschulen noch wesentlich attraktiver zu machen und auszubauen!“

Linz, 31. Jänner 2018

Pressekontakt:
Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0
Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / joachim.haindl-grutsch@iv.at
Das Konjunkturbarometer errechnet sich aus der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftslage in 6 Monaten.

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