IKT-Kompetenz standortentscheidend!

Die Digitalisierung schreitet mit Riesenschritten voran – Europa muss das nächste Match im IKT-Wettbewerb gegen Asien und Amerika gewinnen – IKT-Kompetenz als wichtiger Standortfaktor Österreichs muss ausgebaut werden

Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ist aus technologischer Sicht der wichtigste Trend unserer Zeit. Den Kern der Digitalisierung stellen die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) dar. Der IKT-Sektor, bestehend aus der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, dem Handel sowie den IKT-Dienstleistungen, entwickelt sich weltweit stark unterschiedlich. Im globalen Wettbewerb der Wirtschaftsräume spielt die unterschiedliche regionale Entwicklung der IKT-Kompetenzen eine entscheidende Rolle. Was die Auswirkungen dieser Entwicklungen für Europa, Österreich und Oberösterreich sind und welche Maßnahmen gesetzt werden müssen, stand im Zentrum einer „Industrie im Dialog“-Veranstaltung zum Thema „Standortfaktor IKT-Kompetenz“ im Haus der Industrie in Linz.

Analyse der weltweiten IKT-Entwicklungen und deren Auswirkungen für Österreich

Die IV Oberösterreich hat im Jahr 2017 eine Studie zur Analyse der Bedeutung des IKT-Sektors in Auftrag gegeben und die Rolle von Europa und Österreich dabei erhoben. Die zentralen Ergebnisse präsentierte IV OÖ Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch:

Auf globaler Ebene steigt Asien immer mehr zur treibenden Kraft im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien auf. Die Herstellung von IKT-Gütern findet großteils in den Staaten des asiatischen Pazifikraums statt, in Europa dagegen verliert die Produktion mehr und mehr an Bedeutung. Europa konzentriert sich zunehmend auf den Bereich der IKT-Dienstleistungen.

Asiatische Staaten und die USA investieren deutlich mehr in Innovationsaktivitäten im IKT-Bereich als die Mitgliedsstaaten der EU und weisen erheblich höhere Patentaktivitäten in den IKT auf.

Österreich ist eines der wenigen Länder innerhalb der EU, in denen der IKT-Sektor im Vergleich zur Gesamtwirtschaft zurückgegangen ist – und weist, gemessen am BIP, mit rund 3 % einen der kleinsten IKT-Sektoren innerhalb der EU auf. Die positive Entwicklung der IKT-Dienstleistungen konnte den Rückgang in der IKT-Herstellung nicht zur Gänze auffangen.

Im Rahmen einer anschließenden Podiumsdiskussion betonte DI Werner Schöfberger (Prokurist Process Industries and Drives der Siemens AG), dass IKT ein integraler Bestandteil der Prozesse der Unternehmen ist, in dem Schritt gehalten werden muss. Die Vernetzung der Maschinen bedeute mehr als nur intelligente Kühlschränke, im Mittelpunkt stünde vielmehr die Vernetzung der Produktionsmaschinen, die zukünftig über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden.

Mag. Markus Schreiber (Leiter A1 Enterprise Marketing) erklärte, dass Europa im Zuge der Digitalisierung die erste Runde gegen Asien und die USA in puncto Hardware und Software verloren habe. Im Bereich Internet der Dinge stünden die Chancen für Europa aber sehr gut.

Ing. Mag. Thomas Gratz (Geschäftsführender Gesellschafter der dataformers GmbH) meinte, dass Oberösterreich über viele tolle Unternehmen im IKT-Bereich verfüge. Software und Informatik müssen als Chance gesehen werden, die eigenen Produkte mit einem Mehrwert auszustatten.

Pressekontakt:

Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0

Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / joachim.haindl-grutsch@iv.at

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