Der Nutzen der OÖ. Industrie für das Land und seine Menschen

Industrie manifestiert sich als Wirtschafts- und Wohlstandsmotor des Landes und ermöglicht eine positive Zukunftsperspektive für Oberösterreich – Exporterfolge, neue Technologien, hohe Investitionen in Bildung und Forschung und nachhaltige Umweltverantwortung schaffen umfangreichen Nutzen für die gesamte Bevölkerung – Unternehmer und ihre Mitarbeiter arbeiten täglich gemeinsam am Erfolg – Die wirtschaftliche Realität im Jahr 2017 steht im krassen Gegensatz zur Welt einiger Arbeitskämpfer in OÖ, die dominiert wird von sprudelnden Zwangsbeiträgen und fehlenden Zukunftskonzepten

V.l.n.r.: IV OÖ-Geschäftsfüher DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch, IV OÖ-Präsident Dr. Axel Greiner und IV OÖ-Vizepräsident DI Stefan Pierer

Die Industrie ist der Wertschöpfungsmotor unserer Volkswirtschaft. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt für viele Entwicklungen in Wirtschaft, Technologie und Gesellschaft. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern entwickelt und produziert die Industrie innovative Produkte, schafft und sichert hunderttausende Arbeitsplätze und sorgt mit ihren Exporterfolgen für den Wohlstand in unserem Bundesland. „Kurz gesagt: Eine starke Industrie nützt dem Wirtschaftsstandort, dem Land und seinen Menschen in allen Belangen“, fasst Dr. Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) zusammen.

Die Mythen sterben nicht aus

Wie groß der volkswirtschaftliche Nutzen einer starken Industrie tatsächlich ist, wurde zuletzt bei der weltweiten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise ersichtlich. Länder mit einer hohen Industriequote kamen wesentlich schneller aus der Krise als jene Länder, die davor jahrelang die Dienstleistungsgesellschaft ausgerufen hatten. Reindustrialisierungsstrategien sind seit dieser Zeit wieder en vogue. Umso verwunderlicher sei es, dass nun die Entstehung eines weiteren Mythos forciert wird, der ebenso lange strapaziert wird, wie es den industriellen Strukturwandel gibt: „Erneut werden Schreckensszenarien ausgerufen, wonach Computer und Roboter den Menschen die Arbeit wegnehmen. Die Digitalisierung ist jedoch erstens keine neue Entwicklung, sondern genau genommen seit Jahrzehnten im Laufen, und zweitens hat noch jeder Strukturwandel in der Industrie mehr Arbeitsplätze entstehen lassen, als weggefallen sind“, so Greiner. Dass es zu einer kontinuierlichen Veränderung der Arbeitswelt und mancher Berufsbilder kommt, stehe außer Frage, ebenso der Bedarf an zusätzlichen, gut ausgebildeten Mitarbeitern, die in vielfältiger Weise hinter den neuen Technologien stehen.

Der IV OÖ-Präsident zeigt sich daher davon überzeugt, dass Industrie 4.0 und Digitalisierung für Oberösterreich eine Riesenchance darstellen, weil hier – in Oberösterreich, Österreich und Mitteleuropa – die Kompetenz vorhanden ist, den technologischen Wandel federführend mitzugestalten und daraus wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. „Die Vernetzung der Menschen, sei es über Smartphones, Software oder Online-Plattformen, wird längst von den USA angeführt“, weiß Greiner, „bei der Vernetzung der Maschinen müssen aber wir den Takt angeben! Wenn wir diese Kompetenz verlieren oder sogar freiwillig abgeben, müssen wir uns ernsthaft Sorgen machen.“

Produktion und technologie als Grundlagen des Wohlstands

Dass die industrielle Produktion der maßgebliche Faktor für den Wohlstand einer Volkswirtschaft ist, geht auch aus einer aktuellen Studie des Handelsblatt Research Institutes im Auftrag der IV und der voestalpine hervor. Auch darin wird aufgezeigt, dass Länder mit einem hohen Industrieanteil – darunter Deutschland und Österreich – sich nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich schneller als andere erholten. Nach der darin verwendeten NACE-Klassifikation für die Branchen-Definition liegt der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung mit 22,8 Prozent in Deutschland und 18,9 Prozent in Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt von 15,9 Prozent und damit ungefähr im Bereich der 20-Prozent-Marke, die die EU-Kommission als Zielwert ihrer Reindustrialisierungsstrategie bis 2020 ausgegeben hat. Eine besondere Stärke der deutschen und österreichischen Industrie ist es demnach, durch enge Verzahnungen mit Zulieferern und Unternehmen verwandter Branchen innerhalb der Wertschöpfungskette und in weiter gefassten Netzwerken Produktionsprozesse zu optimieren, Forschung und Entwicklung voranzutreiben sowie beständig Innovationen hervorzubringen.


Grafik 1: Anteil der Branchen an der Bruttowertschöpfung in der EU, D und Ö:

Eine tabellarische Aufstellung der einzelnen Zeitreihen macht aber ebenso deutlich, dass auch in Österreich der industrielle Kern seit dem Jahr 2000 (20,5 % Industrieanteil an der gesamten Bruttowertschöpfung) leicht zurückgegangen ist.

Tabelle: Anteil der Wirtschaftszweige an der gesamten Bruttowertschöpfung in %

„Während die Industriequote in Deutschland fast unverändert geblieben ist, lässt sich auch für Österreich ein Trend in die falsche Richtung erkennen“, betont Dr. Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der IV OÖ, der erneut vor den negativen Konsequenzen einer schleichenden Deindustrialisierung warnt. Als abschreckendes Beispiel führt er die Produktionsentwicklung in der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie an, die sehr klar veranschaulicht, welche dramatische Folgen das Wegbrechen einzelner Produktionszweige hat. In einem langjährigen Prozess schrumpfte die deutsche Produktion in der Bekleidungsindustrie seit dem Jahr 1991 um 88 Prozent und in der Textilindustrie um etwa 53 Prozent. Vom Abbau der Arbeitsplätze waren mehr als 789.000 Menschen betroffen, was einem Beschäftigungsrückgang von 91 Prozent entspricht. In Österreich ist die Entwicklung ähnlich verlaufen.

Grafik 2: Produktionsentwicklung in der Textil- und Bekleidungsindustrie

 

Um eine Entwicklung, wie sie die Textil- und Bekleidungsindustrie in den vergangenen drei Jahrzehnten durchmachen musste, in anderen Branchen zu verhindern, gilt es, die enormen Effekte der heimischen Industrie als Motor der gesamten Volkswirtschaft noch stärker hervorzuheben. „Ein starker industrieller Kern ist von großem Nutzen für die gesamte Bevölkerung“, erklärt Haindl-Grutsch. Umfangreiche Wirtschaftskompetenz, hohes Industriebewusstsein und eine moderne Standortpolitik bilden das Dreieck des Erfolges für ein Industrieland wie Oberösterreich. Die Industrie ist sich ihrer Verantwortung für den Standort und ihre Menschen sehr bewusst und sieht es als eine ihrer gesellschaftspolitischen Aufgaben, das Wissen um eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung intensiv zu kommunizieren. Fünf Kernbotschaften stehen dabei im Mittelpunkt, wie und warum Oberösterreich von seiner Industrie profitiert:

1. Exporterfolge bringen Wohlstand

Mit Köpfchen und Qualität erzeugt die OÖ. Industrie Produkte und Dienstleistungen, die weltweit gefragt sind. Diese internationalen Erfolge sichern unsere Arbeitsplätze, ermöglichen ein höheres Einkommen und bringen dem Staat Steuereinnahmen in Rekordhöhe. „Ohne internationalen Handel und Globalisierung ist ein kleines Land wie Österreich – und erst recht unser Bundesland – verloren“, so Haindl-Grutsch: „Bei Verlust unserer Exportstärke könnte der aktuelle Wohlstand nie und nimmer gehalten werden!“

2. Investitionen in Bildung, Forschung und neue anlagen

Nur Ideenfabriken sichern Arbeitsplätze auf Dauer. Die OÖ. Industrie investiert jährlich über 5 Milliarden Euro (!) in Forschung, neue Anlagen und in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter. Nur so bleiben unsere Unternehmen erfolgreich eine Idee voraus und sichern damit Oberösterreichs Zukunft und unsere Arbeitsplätze. „Die Industrie ist der maßgebliche Treiber in der Lehrlingsausbildung und in der Kooperation mit HTLs, den Fachhochschulen und den Universitäten. Ohne diese fruchtbringende Zusammenarbeit und ohne die Forschungsausgaben der Unternehmen – sie steuern rund 80 Prozent zu den gesamten Forschungsausgaben in Oberösterreich bei – käme der gesamte F&E-Bereich zum Erliegen“, betont Haindl-Grutsch.

3. Arbeiten mit Knöpfchen und Köpfchen

Die Industrie ist ein hochattraktiver Arbeitgeber im Land. Seit 2008 wurden in Österreich durch die Industrie 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, in Oberösterreich arbeiten heute mehr Menschen denn je in der Industrie: 367.000 oder drei von fünf Arbeitsplätze werden direkt und indirekt gesichert. Neue Technologien und Innovationen machen dabei die Arbeit in der Industrie sicher und abwechslungsreich, schwere und monotone Arbeiten erledigen zunehmend Roboter und Maschinen.

4. Umweltschutz – Was heute raucht, sind die Köpfe

Umweltschutz und Ressourcenschonung sind nur mit neuen Technologien, Innovationen und entsprechenden Investitionen möglich. Die OÖ. Industrie beweist täglich ihre Verantwortung und ist Vorreiter bei neuen Energie- und Umwelttechnologien. Bereits heute leistet sie die sauberste Produktion von Stahl, Papier oder Zement weltweit. „In Oberösterreich gilt daher: Die Industrie ist ein wichtiger Teil der Lösung und nicht ein Teil des Problems“, weist Haindl-Grutsch darauf hin, dass Umweltschutz und Ressourcenschonung nur mit einer starken Industrie möglich sind.

5. Mobilität – das kommt gut an

Schlussendlich machen neue Technologien auch unsere Mobilität intelligenter, sicherer, schneller und sauberer. Die OÖ. Industrie leistet hier mit ihrem Erfindergeist wichtige Beiträge in allen Bereichen. „Das schafft hochwertige Arbeitsplätze und schont die Umwelt nachhaltig“, betont der IV OÖ-Geschäftsführer: „Mobilität ist das Zukunftsthema schlechthin. Ob es sich um selbstfahrende Autos, um E-Mobilität oder auch um hochmoderne Dieselmotoren handelt, die OÖ. Industrie bietet Technologien in allen Bereichen der Mobilität und bietet wiederum der Gesellschaft großen Nutzen!“

Insgesamt hat Oberösterreich heute eine größere Dichte an Industriebetrieben als je zuvor. Im Netzwerk mit vielen Zulieferern und Dienstleistern bringt der Servoindustrielle Sektor bessere Arbeitsplätze, höhere Einkommen und mehr Steuereinnahmen für den Staat, der damit seine Ausgaben und Leistungen bezahlt, wie Joachim Haindl-Grutsch erklärt.

Unverständliches Unternehmer-Bashing

Erfreulicherweise ist die enorme Zugwirkung der Industrie über alle Parteigrenzen hinaus bekannt, wie IV OÖ-Präsident Axel Greiner resümiert: „Viele Persönlichkeiten – egal welchen politischen Couleurs – haben mittlerweile erkannt, wie die wirtschaftlichen Zusammenhänge in Oberösterreich funktionieren und wie eminent wichtig die Industrie für unser Land und unsere Gesellschaft ist.“ Umso unverständlicher sei es, dass einzelne politische Akteure versuchen, künstlich einen Klassenkampf wiederzubeleben, den es in dieser Form längst nicht mehr gibt. „Wenn SPÖ-Landesrätin Birgit Gerstorfer in ihrer aktuellen Kampagne über Arbeitsplätze in Oberösterreich herzieht, dann tut sie dies als ehemalige AMS-Geschäftsführerin, die viele dieser Jobs vermittelt hat, wider besseren Wissens und ausschließlich darum, Aufmerksamkeit zu generieren“, zeigt sich Greiner verwundert und verärgert. „Dass allerdings AKOÖ-Präsident Kalliauer einmal mehr in einem Video die Unternehmer als narzisstische, sexistische und verantwortungslose Ausbeuter hinstellt, ist in Wirklichkeit unentschuldbar!“ Letzteres auch deswegen, weil der AKOÖ-Präsident dafür nicht nur das Geld seiner Gesinnungsgenossen, sondern aller AKOÖ-Pflichtmitglieder und damit aller oberösterreichischen Arbeitnehmer verwendet – egal, ob deren Meinung völlig konträr zu dieser Positionierung ist. „Genau das ist einem in der Verfassung verankerten Sozialpartner nicht würdig“, so Greiner. Selbst die bisherigen Erklärungsversuche Kalliauers, wonach er nicht die Unternehmer im Allgemeinen, sondern die „Superreichen dieser Welt“ gemeint hätte, gingen ins Leere. „Kalliauer bewirbt damit die AKOÖ-Leistungskarte. Was diese mit den Superreichen dieser Welt zu tun haben soll, entzieht sich meinem Verständnis“, so IV OÖ-Präsident Dr. Axel Greiner, der sich gegen das mittlerweile über Jahre erstreckende Unternehmer-Bashing der AKOÖ zur Wehr setzt und sich die Frage stellt, in welcher Welt deren Präsident eigentlich lebt. „Oberösterreichs Industrie bietet attraktive Arbeitsplätze, überdurchschnittliche Bezahlung und – wie wir vorhin aufgezeigt haben – einen großen Nutzen für das gesamte Land. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sitzen in unserem Land im gleichen Boot und kämpfen gemeinsam für den Erfolg. Mit seiner Vorgangsweise ist Dr. Kalliauer derjenige, der aus diesem Boot längst ausgestiegen ist und sich als in der Verfassung stehender Sozialpartner mit Zwangsmitgliedschaft aller unselbständigen Beschäftigten disqualifiziert.“

Linz, 3. Mai 2017


Rückfragehinweis:
Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0
Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / joachim.haindl-grutsch@iv.at

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