Offensichtlich ist für Machterhalt jedes Mittel recht!

Arbeitszeit: Falschinformationen und Mobilmachung durch die Arbeitnehmervertreter aus Angst vor Machtverlust unverantwortlich – kein genereller 12 Stunden-Tag; 8-Stunden-Tag / 40-Stunden-Woche sowie Überstunden- und Gleitzeitregime bleiben erhalten – Neue Regelung ist Anpassung an die gelebte Realität in einer modernen Arbeitswelt

Es ist schockierend, zu welchen Mitteln Gewerkschaften in Österreich greifen, um den Verlust von Macht und Einfluss um jeden Preis zu verhindern. Das ist verantwortungslos gegenüber unserer Gesellschaft. Wer den Vorwurf erhebt, Arbeitnehmervertreter seien nicht in den dringend notwendigen Modernisierungsprozess der Arbeitszeitgesetze eingebunden worden, ignoriert die Entwicklungen der letzten Jahre. Das Thema Arbeitszeitflexibilisierung befindet sich seit mittlerweile 14 Jahren am Tapet, in denen die Verhandlungen von Arbeitnehmerseite und Arbeitgeberseite stets gescheitert sind. Zuletzt sind die Sozialpartner im vergangenen Jahr bei den Verhandlungen im Auftrag der Vorgängerregierung am Veto von Teilgewerkschaften gescheitert.

Es ist klar ersichtlich, dass es den Arbeitnehmervertretern in der aktuellen Diskussion nicht um die Sache, sondern ausschließlich um den eigenen Machterhalt geht. „Die damit verbundene Propaganda ist in höchstem Maße unseriös und verantwortungslos. Sie untermauert, dass die aktuelle Bundesregierung handeln muss, weil die Arbeitnehmervertreter schon lange nicht mehr als Sozialpartner, sondern als Sozialgegner auftreten und einen Klassenkampf aus längst vergangenen Zeiten beschwören“, so IV OÖ-Geschäftsführer Dr. Joachim Haindl-Grutsch.

Wenn in weiterer Folge die aktuelle Bundesregierung als „Erfüllungsgehilfe der Konzerne“ dargestellt wird, stelle sich zudem die Frage, wer denn mit diesen „Konzernen“ konkret gemeint ist. „Auf Oberösterreich bezogen kann es sich nur um Leitbetriebe wie zum Beispiel die voestalpine, die AMAG, BMW Steyr oder die Lenzing AG handeln“, betont Haindl-Grutsch, der gleichzeitig festhält, dass es sich dabei um international höchst erfolgreiche und in Österreich angesehene Unternehmen handelt: „Diese Firmen tätigen am Standort Milliarden-Investitionen, schaffen hochbezahlte Arbeitsplätze und liegen mit dem hier gebotenen Arbeitsumfeld international an der Spitze!“

ANPASSUNG AN DIE GELEBTE REALITÄT

Mit der Umsetzung der Arbeitszeitflexibilisierung erfolgt eine Anpassung der Gesetze an die gelebte Realität von Unternehmen und Mitarbeitern in einer modernen Arbeitswelt, die sich grundlegend von jenen der 1960er- oder 1970er-Jahren unterscheidet. „In Österreich wird jetzt möglich, was in ganz Europa durch die EU-Arbeitszeitrichtlinie als Rahmen längst definiert ist. In sozialen Vorbildstaaten wie zum Beispiel Schweden, Norwegen oder Dänemark gibt es eine Tageshöchstarbeitszeit von 12 oder sogar 13 Stunden.“

DIE FAKTEN ZUR ARBEITSZEIT-FLEXIBILISIERUNG

Angesichts der aktuellen Aufregungen hält IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch noch einmal die zentralen Punkte des vorliegenden Gesetzesentwurfes fest:

  • Die Normalarbeitszeit bleibt unverändert, der 8-Stunden-Tag und die 40-Stunden-Woche bleiben erhalten!
  • Es gibt keinen generellen 12-Stunden-Tag und auch keine generelle 60-Stunden-Woche!
  • Überstunden bleiben bezahlte Überstunden, das bestehende Gleitzeitregime bleibt erhalten!

Die Möglichkeit der Ablehnung von Überstunden durch die Mitarbeiter ist auch für die Industrie ein wichtiges Thema, welches jetzt durch die noch deutlichere Definition der Freiwilligkeit betont wird“, so Haindl-Grutsch.

ÜBER METHODEN SCHOCKIERT

Die OÖ. Industrie als hochattraktiver Arbeitgeber des Landes ist schockiert über die Methoden der Gewerkschaften. Die von Arbeitnehmerseite verwendeten Ausdrücke wie „Lohnraub“, „Überstundenklau“ oder „Gesundheitsraub“ entbehren jeglicher Grundlage und sind reine Propaganda. Auf der betrieblichen Ebene herrsche ein extrem konstruktives und partnerschaftliches Verhältnis zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite. „Sowohl Betriebsrat als auch Unternehmer sind von einem Klassenkampf, wie er derzeit von den Gewerkschaften künstlich geschürt wird, weit entfernt“, so Haindl-Grutsch. In der modernen Arbeitswelt arbeite man gemeinsam am Erfolg der Unternehmen, was zu einer Win-win-Situation für beide Seiten führt. Umso wichtiger ist es, dass die Gewerkschaft und die SPÖ zur Vernunft zurückfinden. „Eine Eskalation durch Demonstrationen und die Verunsicherung und Instrumentalisierung der Menschen aus eigenem machtgetriebenen Interessen hilft niemandem und zeugt nicht von Verantwortung für unser Land und unsere Zukunft“, appelliert Haindl-Grutsch abschließend an die Vernunft der Arbeitnehmervertreter.

Linz, 22. Juni 2018

Pressekontakt:
Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0
Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / joachim.haindl-grutsch@iv.at

 

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