IV OÖ-Appell für sachliche Arbeitszeit-Debatte!

OÖ. Industrie appelliert an Arbeitnehmervertreter, in der Arbeitszeit-Debatte die Emotionen im Zaum zu halten und zur Sachlichkeit zurückzukehren – Fakt ist: 8-Stunden-Tag, 40-Stunden-Woche sowie Überstunden- und Gleitzeitregime bleiben erhalten – Möglichkeit für punktuellen 12-Stunden-Tag nützt Mitarbeitern wie Unternehmen – Mehr Flexibilität bedeutet mehr Wachstum und damit mehr Arbeitsplätze sowie höheren Wohlstand für das ganze Land

Die unsachlichen Proteste der Gewerkschaften und die künstlich verursachte Aufregung über die neuen Arbeitszeitgesetze veranlassen den Präsidenten der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ), Dr. Axel Greiner, an die Vernunft der Arbeitnehmervertreter zu appellieren und die Gewerkschafter zur Rückkehr zu einer sachlichen, faktenorientierten Debatte aufzufordern. „Die OÖ. Industrie pflegt auf betrieblicher Ebene ein hervorragendes Verhältnis zu ihren Mitarbeitern und den Betriebsräten. Zudem bietet sie ihren Beschäftigten ein Arbeitsumfeld, das in seiner Qualität weltweit beispiellos ist. Auf dieser vertrauensvollen Basis möchten wir nochmals die wichtigsten Ängste und Sorgen mancher Arbeitnehmer entkräften.“ Greiner weist daher noch einmal auf die zentralen Punkte des vorliegenden Gesetzesentwurfes hin:

  • Die Normalarbeitszeit bleibt unverändert, der 8-Stunden-Tag und die 40-Stunden-Woche bleiben erhalten!
  • Es gibt keinen generellen 12-Stunden-Tag und auch keine generelle 60-Stunden-Woche!
  • Überstunden bleiben bezahlte Überstunden, das bestehende Gleitzeitregime bleibt erhalten!

Die Möglichkeit der Ablehnung von Überstunden durch die Mitarbeiter ist auch für die Industrie ein wichtiges Thema, das nun durch die noch deutlichere Definition der Freiwilligkeit betont wird. Mit dem neuen Arbeitszeitgesetz wird nun auch in Österreich umgesetzt, was in hochentwickelten Ländern und sozialen Vorbildstaaten wie zum Beispiel Norwegen, Schweden oder Dänemark längst gelebt wird. „Es gilt nochmals darauf hinzuweisen, dass der 12-Stunden-Tag die Ausnahme bleibt, als Dauereinrichtung wäre er schon allein aus wirtschaftlichen Gründen widersinnig – welches Unternehmen will und kann es sich schon leisten, ständig hohe Überstundenzuschläge zu bezahlen, anstatt weitere Mitarbeiter einzustellen?!“

GESUNDE, ZUFRIEDENE UND MOTIVIERTE MITARBEITER

Darüber hinaus hätten die Betriebe auch größtes Interesse daran, dass sie gesunde, zufriedene und motivierte Mitarbeiter haben, die das ganze Jahr über leistungsfähig sind. Auch dieses Faktum spricht laut Greiner gegen einen generellen 12-Stunden-Tag und eine generelle 60-Stunden-Woche, wie sie von den Gewerkschaftsvertretern als Schreckensszenario an die Wand gemalt werden. „Eine punktuelle Ausnützung der ausgeweiteten Tageshöchstarbeitszeit kommt daher nur in Frage, wenn die wirtschaftliche Notwendigkeit dazu besteht und die Mitarbeiter dazu bereit sind!“ Greiner hinterfragt in diesem Zusammenhang auch das von Arbeitnehmervertretern vorgebrachte Argument, ein 12-Stunden-Tag wäre eine unzumutbare Belastung und würde die Gesundheit der Arbeitnehmer gefährden. „Es gibt eine Vielzahl von Berufen, in denen regelmäßig wesentlich länger als 8 Stunden pro Tag gearbeitet wird: Für uns ist es daher nicht nachvollziehbar, warum zum Beispiel für Politiker, Forscher, Ärzte, Hochschulprofessoren, Polizeibeamte, Pfleger, Programmierer, Bahnbedienstete aber auch für Journalisten – und übrigens auch für Schüler und Studenten – lange Arbeitstage die Regel sind und in der Wirtschaft ein in Ausnahmefällen zur Anwendung kommender 12-Stunden-Tag als ‚Gesundheitsraub’ bezeichnet wird!“

ZWEITER TEIL EINES SOZIALPARTNERSCHAFTLICHEN PAKETES

Für die OÖ. Industrie und ihren Präsidenten Dr. Axel Greiner ist nicht nur die Kritik an der Ausweitung der Tageshöchstarbeitszeit, sondern auch die Kritik an deren Zustandekommen unverständlich. Der vorliegende Gesetzesentwurf sei nichts anderes als der zweite Teil jenes Paketes, das im vergangenen Jahr von den Sozialpartnern ausverhandelt wurde, und dessen erster Teil mit der Erhöhung des Mindestlohns für alle auf 1.500 Euro bereits beschlossen wurde. „Auch die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten wurde voriges Jahr – übrigens ohne sozialpartnerschaftliche Abstimmung – von der Arbeitnehmerseite durchgeboxt“, so Greiner. Darüber hinaus seien zahlreiche KV-Verhandlungen mit dem Versprechen abgeschlossen worden, dass in weiterer Folge über die Arbeitszeitflexibilisierung verhandelt würde. „Wenn die Sozialpartner über so viele Jahre keine Lösung zustande bringen, ist es legitim, dass die Bundesregierung wie im Regierungsprogramm angekündigt entscheidet, wofür sie demokratisch gewählt wurde“, erklärt Greiner.

„Summa summarum hat die OÖ. Industrie großes Interesse an mündigen, eigenverantwortlichen, selbstständigen und unternehmerisch denkenden Mitarbeitern. Diese wünschen sich für ihr Privatleben moderne Arbeitszeitregelungen und erkennen deren Notwendigkeit auch für die Wirtschaft“, erklärt IV OÖ-Präsident Dr. Axel Greiner: „Bei ihnen besteht aber kein Interesse an funktionärsgetriebenem und machtpolitischem Klassenkampf. Daher appelliert die IV OÖ an alle Arbeitnehmer wie auch an die Medien, verantwortungsvoll mit diesem Thema umzugehen, das Österreich in den nächsten Jahren mehr Arbeitsplätze und damit mehr Wohlstand für das ganze Land einbringen wird!“

Linz, 3. Juli 2018

Pressekontakt:

Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0
Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / joachim.haindl-grutsch@iv.at

IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen

IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen
iv-positionen Bild