Österreichs altbewährte Sozialpartnerschaft ist Geschichte

Schwarzer Tag für Standort Österreich – Blockade statt Arbeit an gemeinsamer erfolgreicher Zukunft – Österreich braucht neue Form der Standortpartnerschaft

IV OÖ-Präsident Dr. Axel Greiner

Eine über viele Jahrzehnte erfolgreiche Sozialpartnerschaft hat in den letzten Jahren den Anschluss an die dynamischen Veränderungen in Wirtschaft und Technologie versäumt. Eine gemeinsame Zusammenarbeit an der Zukunft des Standortes ist in der altbewährten Form unter heutigen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich. „Die Digitalisierung bringt tiefgreifende Veränderungen in allen Gesellschaftsschichten mit sich. Um die damit verbundenen Herausforderungen meistern zu können, benötigt unser Land ein gemeinsames Bild von der Zukunft, um nicht von der Welle des Fortschritts fortgespült zu werden. Dafür fehlt ein konstruktiver und vertrauensvoller Ansprechpartner auf Arbeitnehmerseite, weil dieser in den Ritualen der Vergangenheit hängen geblieben ist und weiterhin einen Klassenkampf betreibt, der in Österreich mit vollausgebautem und weltweit vorbildlichem Sozialsystem anachronistisch erscheint“, betont der Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ), Dr. Axel Greiner. „Die Situation in Oberösterreich in den letzten Jahren ist symptomatisch für diese Entwicklung und in ihrer Ausprägung die Spitze des Eisberges.“

Dokumentation des Scheiterns

Seit 13 Jahren betont die IV die Bedeutung einer Flexibilisierung der Arbeitszeit, um den geänderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen und für Arbeitnehmer UND Arbeitgeber Verbesserungen zu erzielen. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Präsident Leitl gebührt Anerkennung für seinen Einsatz, in den Verhandlungen zumindest noch kleine Fortschritte bei der Arbeitszeitgestaltung zu erzielen, das System aber ist erstarrt und lässt keine Veränderungen mehr zu. Österreich braucht auch in diesem Bereich eine Neuausrichtung, die wieder zu einer zukunftsfähigen Zusammenarbeit führt. „Heute und in Zukunft geht es nicht mehr darum, unterdrückte Arbeitnehmer zu schützen, sondern den Standort so attraktiv zu gestalten, dass für das Land und seine Menschen Wirtschaftswachstum, gut bezahlte Arbeitsplätze und damit Wohlstand entstehen. Dieser neuen Aufgabe muss sich eine Standortpartnerschaft neuer Ausprägung stellen. Ideologie spielt hier keine Rolle mehr. Das Scheitern der alten Sozialpartnerschaft ist damit dokumentiert, ab Herbst muss eine neue Bundesregierung die Verantwortung übernehmen“, betont Präsident Greiner abschließend.

Linz, 30. Juni 2017

 

Pressekontakt:
Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0
Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / joachim.haindl-grutsch@iv.at

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