Internationaler Mechatronik-Preis verliehen: Erfolgreich mit Mechatronik

Gestern Abend, 19. November 2015, wurde in Anwesenheit von mehr als 150 Gästen der Internationale Mechatronik-Preis (MEC) 2015 im Siemens Forum Linz bereits zum 10. Mal verliehen. Neben den besten Diplom-/Masterarbeiten und Dissertationen wurde auch die beste Abschlussarbeit an einer oberösterreichischen HTL prämiert. Ab diesem Jahr wird auch der Preis „Industrie 4.0“ verliehen: Eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen in oö. Betrieben und Forschungseinrichtungen für die Umsetzung von Industrie 4.0-Maßnahmen. Diese Auszeichnung erhielt HALI Büromöbel. Auch in der Key-Note von DI Erik Schindler, Leiter Abteilung Technische Integration der BMW Group Forschung und Technik in München, spiegelte sich das Thema Industrie 4.0 wider. Sein Vortrag „Der Weg zum autonomen Fahren: Wer steuert in Zukunft unsere Fahrzeuge?“ war ein weiteres Highlight des Abends.

Internationaler Mechatronik-Preis 2015 verliehen

Wirtschaft wie auch Wissenschaft setzen sich seit geraumer Zeit intensiv mit dem Thema Industrie 4.0 auseinander. Denn, um den Sprung in die digitale Zukunft gut zu meistern, sind alle gefordert – Wissenschaft, Industrie und Politik. Denn für Europa, im Besonderen für Österreich, ist Industrie 4.0 die große Chance, die industrielle Produktion zu halten, auszubauen und in manchen Ländern sogar wieder zurückzuholen.

Dass das digitale Zeitalter bereits Einzug gehalten hat und umgesetzt wird, zeigt HALI Büromöbel mit Standort Eferding – Gewinner des Preises „Industrie 4.0“ 2015. Das Unternehmen hat bereits frühzeitig, aufgrund der Herausforderungen der Branche (Büromöbelproduktion), auf eine völlige Automatisierung, Flexibilisierung und Digitalisierung seiner Fertigungsprozesse gesetzt. Damit ist es gelungen, einen weltweiten Benchmark zu setzen. In kürzester Zeit stiegen dadurch die Marktanteile des Unternehmens. Mittlerweile ist HALI Nr. 1 in Österreich und Firmen aus der ganzen Welt besichtigen die Fertigung am Standort Eferding als Best Practice Beispiel.

„Das Industrieland Oberösterreich sollte in die industriellen Spitzenregionen Europas aufsteigen und hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit sowie Standortattraktivität den Anschluss an die Top-10-Industrieregionen schaffen. Dafür muss das Hauptaugenmerk auf den Auf und Ausbau der Technologiekompetenz in unserem Bundesland gelegt werden, bekräftigt IV OÖ-Präsident Axel Greiner. „Der technologische Fortschritt ist heute so dynamisch wie nie zuvor. Mit der (r)evolutionierten industriellen Produktion wird sich auch die industrielle Arbeitswelt stark verändern. Hochqualifizierte Techniker werden in Zukunft noch stärker gefragt sein. Oberösterreich hat den Vorteil, dass die für Industrie 4.0 relevanten Studienrichtungen an oö. HTLs und Hochschulen angeboten und die Studenten hervorragend ausgebildet werden, darunter eben auch Spitzen-Mechatroniker, wie wir sie gestern und in den letzten 9 Jahren auszeichnen durften,“ so Greiner.

„Ohne Mechatronik ist die moderne Technik heute nicht mehr vorstellbar“, so Mag. Elmar Paireder, Leiter des Mechatronik-Clusters der oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria. „Daher werden hochqualifizierte Techniker in Zukunft noch stärker gefragt sein. Der internationale Mechatronik-Preis ist eine wichtige Initiative, um das Bewusstsein für Technik zu steigern und die hervorragenden Arbeiten junger Forscher und Forscherinnen der Öffentlichkeit zu präsentieren“, führt Paireder weiter aus.

Eine knappe Entscheidung
Bis Mitte August konnten die BewerberInnen aus dem In- und Ausland ihre mit „Sehr gut“ beurteilten Diplom-Masterarbeiten bzw. Dissertationen aus dem Bereich Mechatronik einreichen. Aus über 45 Arbeiten wurden von einer internationalen Jury die besten ausgewählt. Der Beiratssprecher des Mechatronik-Clusters, Geschäftsführer Wolfgang Rathner (Fill GmbH) bestätigt als Mitglied der Jury: „Wie jedes Jahr war es schwierig die Preisträger auszuwählen. Das Niveau der Arbeiten war sehr hoch.“ Neben der MEC-Trophäe erhielten die Ausgezeichneten auch ein Preisgeld in der Höhe von EUR 1.000 (für das beste HTL-Projekt), EUR 1.500 (für die Kategorie Diplom/Masterarbeit), EUR 3.000 (für die Kategorie Dissertationen. Zusätzlich bekamen die Preisträger eine kostenlose Jahresmitgliedschaft des Österreichischen Ingenieur- & Architektenvereins Landesverein Oberösterreich (ÖIAV OÖ).

Die Preisträger
Matthias Forstenpointner, Norbert Graf, Stefan Harweck und Markus Kainz erhielten den MEC für das beste Abschlussklassen-/Maturaprojekt einer oberösterreichischen HTL. Die Schüler entwickelten in ihrer Arbeit einen neuartigen Generator. Die Grundidee: Mittels eines dynamischen Energiespeichers (auf Schwungradbasis) kann selbst erzeugter Strom, wie zum Beispiel durch Solarenergie, effizient für den eigenen Haushalt gespeichert werden.

Die beste Diplom-/Masterarbeit an Fachhochschulen aus Österreich sowie dem Ausland gewann Florian Schauer, MSc. Der Absolvent der Fachhochschule Wiener Neustadt setzte sich in seiner Arbeit mit räumlicher Schwingungsmessung auf Basis von Stereobildkorrelation auseinander.

DI Daniel Strasser, Gewinner in der Kategorie „Beste Diplom-/Masterarbeit an Universitäten aus Österreich sowie dem Ausland“ befasste sich in seiner Arbeit mit Temperaturführung in der Richtzone einer Stranggussanlage. Eine Richtzone bezeichnet jenen Bereich einer Stranggussanlage, in dem die Ausrichtung des gekrümmten Stranggutes erfolgt. Da insbesondere ein zu kalter Strang (bzw. zu große Temperaturgradienten) in dieser Zone zur Bildung von Oberflächenrissen neigt, besteht von Seiten der Industrie ein großes Interesse an einem entsprechenden Heizverfahren. Dass induktive Erwärmung in diesem Bereich einen interessanten Lösungsansatz darstellt, zeigte die Forschungsarbeit von DI Daniel
Strasser.

Der MEC für die beste Dissertation gewann DI Dr. Thomas Passenbrunner. Passenbrunner, der bereits zum zweiten Mal für den MEC nominiert wurde, löst in seiner Dissertation die Prüfstandregelung mittels einer modellbasierten, optimalen Regelung für den gesamten Prüfstand.

Der Preis „Industrie 4.0“ für hervorragende Leistungen in oö. Betrieben und Forschungseinrichtungen im Bereich „Industrie 4.0“ erhielt das Unternehmen HALI Büromöbel.

Die Organisatoren
Der MEC wurde von der Industriellenvereinigung OÖ (IV OÖ), dem Mechatronik-Cluster (MC), dem Linz Center of Mechatronics (LCM) und dem Österreichischen Ingenieurs- und Architektenverein Landesverein Oberösterreich (ÖIAV OÖ) initiiert, um den Stellenwert der Mechatronik und die beachtlichen Leistungen, die auf diesem Gebiet erbracht werden, ins Rampenlicht zu rücken und so einer breiteren Öffentlichkeit bewusst zu machen.

Übersicht der Preisträger

Bestes Matura-/Abschlussklassenprojekt an oberösterreichischen Höheren Technischen Lehranstalten mit definiertem Ausbildungsschwerpunkt Mechatronik
Dynamischer Energiespeicher; Matthias Forstenpointner, Norbert Graf, Stefan Harweck und Markus Kainz; Höhere Technische Lehranstalt Braunau

Beste Diplom-/Masterarbeit an Fachhochschulen aus Österreich sowie dem Ausland
Räumliche Schwingungsmessung auf Basis von Stereobildkorrelation; Florian Schauer, MSc.; Fachhochschule Wiener Neustadt

Beste Diplom-/Masterarbeit an Universitäten aus Österreich sowie dem Ausland
Temperaturführung in der Richtzone einer Stranggussanlage; DI Daniel Strasser; Johannes Kepler Universität Linz

Beste Dissertation an Universitäten aus Österreich sowie dem Ausland
Nonlinear Optimal Control of Internal Combustion Engine Test Benches; DI Dr. Thomas Passenbrunner; Johannes Kepler Universität Linz

Preis „Industrie 4.0“ für hervorragende Leistungen in oö. Betrieben und Forschungseinrichtungen im Bereich „Industrie 4.0“
HALI Büromöbel GmbH, Eferding

Pressekontakt:
Industriellenvereinigung Oberösterreich / Tel. (0732) 78 19 76-0
Dipl.-Ing. Dr. Joachim Haindl-Grutsch / j.grutsch@iv-net.at

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