Wichtiger Schritt in Richtung klimaneutrale Strom-Zukunft

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz schafft Planungssicherheit und begrenzt die Mehrkosten für Stromkunden. Bis zur Klimaneutralität ist es aber ein weiter Weg. 

Im Juli hat der Nationalrat mit 2/3-Mehrheit das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) beschlossen. Dieses soll die Weichen stellen, damit Österreich seinen Strombedarf bis zum Jahr 2030 rein rechnerisch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen deckt. Dafür notwendig sind zusätzliche 27 Terawattstunden (TWh) Strom aus erneuerbaren Quellen. Konkret bedeutet das ein erforderliches Plus von 11 TWh Photovoltaik, 10 TWh Windkraft, 5 TWh Wasserkraft und 1 TWh Biomasse. Damit würde die Produktion von erneuerbarem Strom von derzeit rund 55 TWh um rund 50 Prozent gesteigert. Um das zu erreichen, soll künftig die Unterstützung für erneuerbaren Strom auf jährlich eine Milliarde Euro in den Ausbau steigen.

Kosten für Stromkunden steigen begrenzt

Die IV hat sich in den vergangenen Monaten intensiv dafür eingesetzt, dass zentrale Anliegen der Unternehmen verankert werden: Neben der Gewährleistung des weiteren Ausbaus erneuerbarer Energie durch eine deutliche Ausweitung der Fördermittel wird auch die Kostenseite politisch berücksichtigt. Die Belastungen für private und betriebliche Energiekunden werden auf eine Milliarde Euro pro Jahr gebremst. Damit die Kosten für die Industrie begrenzt sind, bleibt der Aufbringungsmechanismus, eine Art Kostendeckel für die energieintensive Industrie, aufrecht. Zudem schafft das EAG aus Sicht der IV einerseits Planungssicherheit für die Errichter und Betreiber von Ökostromanlagen. Anderseits auch für die Industrie, die ihre Prozesse von fossilen Energieträgern auf erneuerbaren Strom umzustellen hat.

Die Umstellung des Stromsystems wäre jedenfalls ein Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Derzeit entfallen zwar lediglich 20 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs Österreichs auf Strom, die restlichen 80 Prozent auf Benzin, Gas, Diesel, Heizöl, Biomasse etc. Dennoch kommt Strom aufgrund seiner vielfältigen Anwendbarkeit gerade auch für die Dekarbonisierung der Industrie eine Schlüsselrolle zu. Aktuelle IV-Recherchen machen aber deutlich, dass der Weg zur bis 2040 angestrebten Klimaneutralität noch ein weiter ist: Um den gesamten Energieverbrauch bis dahin aus erneuerbaren Quellen zu decken, bräuchte es beispielsweise 60 bis 100 zusätzliche Wasserkraftwerke in der Größenordnung des Donaukraftwerks Freudenau oder 120 bis 200 neue große Pumpspeicherkraftwerke (siehe Grafik).

Versorgungssicherheit erhalten

Für die IV ist allerdings auch klar: Beim Umbau des Energiesystems muss die Versorgungssicherheit im Fokus stehen. Um Blackouts dauerhaft sicher vermeiden zu können, muss der Ausbau erneuerbarer Energieproduktion vom zügigen Ausbau entsprechender Infrastrukturen begleitet werden. Das heißt Verstärkung und Flexibilisierung des Netzausbaus sowie Beschleunigung bei Genehmigungsverfahren. Hierfür bietet das EAG keine hinreichende Antwort.

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